VF-Treffen in Tschechien und etwas vom Erzgebirge

 VF-Ausfahrt  Im VF-Forum hatte ich vor einiger Zeit erfahren, dass in Tschechien ein Treffen eines dortigen Clubs stattfindet, deren bevorzugtes Fortbewegungsmittel eine VF750C (auch Magna genannt) ist.
Kurzfristig war es mir auch noch moeglich, Urlaub zu bekommen, da ich noch zum arbeitenden Teil der Bevoekerung zaehle..., und so konnte ich am Freitach den 11.06 meine VF abfahrbereit machen und losfahren. Die ersten 25 km blieb es auch noch trocken, allerdings wurde es auf den folgenden 150 km etwas nass und es herrschte recht zaehfluessiger Verkehr, da eine Baustelle in die andere ueberging.
Nach 180 km verliess ich die Autobahn und gondelte ueber Landstrassen gen Osten; Bamberg, grobe Richtung Bayreuth und Karlovy Vary (Karlsbad) hiessen die angesteuerten Orte und nachdem ich auch Lubenec und Krusovice hinter mir gelassen hatte, gings auf kleinen Strassen und noch kleineren Orten mit Namen, die man sich beim besten Willen nicht merken konnte, Peruc entgegen, wo das Treffen stattfinden sollte. Erstmal durch den Ort durch, um zu sehen, ob eine Art Beschilderung oder Wegweiser irgendwo zu shen war. Das nicht, aber ne Tanke kam ploetzlich in mein Blickfeld und als ich gerade einbog, sah ich .......2 Moppeds mit dt. Kennzeichen, wovon auch eine noch ne VF war.
DAS konnte kein Zufall sein und tatsaechlich, die beiden hatten gerade noch ne kleine Runde gedreht und waren nun wieder auf dem Weg zum Veranstaltungsgelaende. Also habe ich mich den beiden angeschlossen und nach kaum 3 km bogen wir auf ein Gelaende ab, welches mit nem Campingplatz zu vergleichen war. Mehrere kleine Huetten standen hier am Rande und der oertliche Club hatte einige Zelte, Biertischgarnituren, einen Grill und einen Muelltonnen-Backofen aufgebaut.
Waldi und Dietmar kamen auch schon zur Begruessung und nach einem "schoen, dass man sich auch mal persoenlich kennenlernt, wenns auch hier im Ausland ist,...." wurden sich erst mal die verschiedensten Umbauten der VF angesehen. Nach ner knappen halben Std verabschiedete ich mich erstmal wieder, um nach Louny zum Hotel zu fahren, mich etwas zu erfrischen und nen Moment zur Ruhe zu kommen. Das Hotel war schnell gefunden,.....in Louny einfach nur geradeaus......, das Zimmer schnell bezogen und die Dusche erwies sich als aeusserst erfrischend. Ne gute Std spaeter war ich wieder auf dem Platz, der knappe 11 km vom Hotel entfernt war und hier vergingen die naechsten Stunden bei ...... bleifreiem Bier fuer mich...... guter Musik, viel Mopped gucke und Palawer wie im Flug! Aber bevor die meisten die 3 Promille Grenze ueberschritten hatten, verliess ich den Platz des Geschehens, fuhr die 11km retour zum Hotel und trank dort noch ein Abschluss-Bier auf der Terasse, welches dann doch so gut schmeckte, dass noch ein Zwilling davon dran glauben musste. ;-))
 Am naechsten Morgen sollte um 11 Uhr ne Ausfahrt vom Gelaende aus starten, also hatte ich nach dem Fruehstueck noch etwas Zeit, um mir Louny etwas anzuschaun. Also falsch parken, wenns auch nur fuer nen Augenblick iss, sei hier dringend abgeraten; innerhalb von 5 Minuten hatten 2 Autos ne Parkkralle montiert, eines wurde fotografiert,....wahrscheinlich hatten die nur 2 "Wegfahrsperren", und bei nem weiteren wurde was untern Scheibenwischer geklemmt. Ich konnte sehen, daß die Besitzer wirklich nur kurz in nem Geschaeft verschwunden waren und es nicht fassen konnten, als sie jeweils nach ca 2-3min wieder an ihrem "mittlerweile stillgelegten" Auto waren.
Um 10:30 Uhr fuhr ich los und ...man glaubt es kaum,... just in dem Moment kamen irgendwelche Volksradfahrer-Rotten daher und die Kreuzungen wurden gesperrt um dem fahrenden Volk Vorrang zu gewaehren. So nahm ich einen kleinen Umweg in Kauf und erschien gerade noch rechtzeitig zur Ausfahrt am Campingplatz. Kurz noch den Konvoi bei der Abfahrt gefilmt, dann reihte ich mich am Schluss des begleiteten Trupps ein und wir fuhren ca 50 km .....bei ...sagen wir mal vorsichtig, mehr als gemaechlichem Tempo, in der Umgebung von Peruc umher, um bei nem kleinen Gasthof auf dem Land einen Stopp einzulegen.
Da schon ca 10 andere Gaeste hier sassen und wir mit ca 60 jetzt dazukamen, konnte es ne Weile dauern, bis es hier etwas zu essen fuer alle gab. Als uns dann noch gesagt wurde, dass 2 Bedienungen nicht erschienen waeren und es dementsprechend etwas laenger mit dem Essen dauern koennte, hatte ich genug von der Ausfahrt, denn zum "stundenlang aufs Essen warten und "mit 40 ueber die Landstrassen zu zuckeln" war ich nicht hergekommen.
 VF-Ausfahrt
 Oldtimer-Rally So machte ich mich ab und gondelte noch etwas bei "Fuehrerschein freundlichem und Geldbeutel schonendem" Tempo durch die Gegend noerdlich und oestlich von Louny, wo ich mehrmals ner Art Oldtimer-Rally begegnete, wie auf nebenstehendem Bild zu sehen ist, wo ich gerade noch das letzte Vehikel dieser Art erwischte.
Bei meinem "Vehikel" musste ich dann wenige km Spaeter auch nen Stopp einlegen, um den Tachostand kurz im Bild festzuhalten. 60000 auf der Uhr
 
Nach einigem kreuz und quer durch kleinere Ortschaften mit unzaehligen "z" und "v" und "y" im Namen, sowie auf kleineren und kleinsten Strassen mit umso groesseren Loechern im Fahrbahnbelag, in dem mancher Reifen haette stecken bleiben koennen, kam ich nach Slany und suchte hier ne Moeglichkeit nen Kaffee zu bekommen, was mir in ruhiger Lage in einem tollen Antik-Cafe auch moeglich war. Hier laesst sich aushalten und so goenne ich mir noch ne zweite Tasse dieses herrlichen, wirklich guten Kaffee. Aber beim Blick nach oben dann entscheide ich mich dann nach ner knappen halbe Std doch lieber, so langsam den Rueckweg anzutreten, um nicht doch noch die Tour im Regen beenden zu muessen.
Also nicht gerade die kuerzeste Verbindung nach Louny gesucht, denn noch regnete es ja nicht, sondern Namen wie Nove Straseci, U Cisteho Potoka, U Lisankeho Potoka, galt es sich nun zu merken, aber nach dem Motto irgendwas mit Potoka war hier nicht moeglich, da ich dann an der naechsten Kreuzung doch etwas genauer haette schauen muessen. Den Bierort Krusovice dagegen konnte ich mir erstaunlicherweise gut merken und nachdem ich dann in Krupa wieder rechts abgebogen war, ging es nochmal ne Nummer kleiner, was die Strassen anging, da mir die 229 etwas zu breitspurig erschien. Komischerweise herrschte hier das "O" in den Ortsnamen vor, aber mittlerweile kam mir hier mal ueueueberhaupt nichts mehr spanisch ....ich meine natuerlich komisch vor; allerdings waren die Loecher im Strassenbelag Geschwister von denen, die ich bisher immer gut umfahren konnte. Solange die mir entgegenkommenden Autos noch nicht nass waren, gab es auch keinen Grund, sich zu beeilen, also erst nochmal recht gemuetlich durch solch kleine Ortschaften wie Touchovice, wo das Leben, oder besser gesagt die Zeit still zu stehen scheint. Gegen 16 Uhr dann habe ich die ersten Tropfen auf dem Visier, aber das Ortsschild von Louny ist schon in Sicht und als ich dann 5 Minuten spaeter auf dem Parkplatz des Hotels stehe, ist der Spuk aber auch schon wieder vorbei. Duschen, bissjen ausruhen und dann wieder zum Treffen, so jedenfalls die Planung.
 VF-Ausfahrt
 Spaziergang in Louny  Und bei der Planung blieb es dann auch, denn gerade als ich ne gute Stunde fertig war und losfahren wollte, fing es an, wie nicht ganz gescheit zu regnen, was mich dann veranlasste nicht loszufahren; und so blieb die Vf auch den ganzen Abend auf dem Parkplatz stehen, denn im Nassen und Dunkeln mit den bei Naesse eh nicht so gut haftenden Reifen, noch dazu etliche km durch Wald und auf unbekannten Strassen,....da blieb ich dann lieber sozusagen mit m A.... zuHause und goennte mir nen kl Stadtbummel und was zu essen in der Naehe des Hotels, auch um mir die Fuesse noch etwas zu vertreten.
 Der kleine Ort hat seinen Reiz, schoene renovierte Haeuser, zum Teil erhaltene Stadtmauer, einen huebschen Park am Ufer der Eger und natuerlich jede Menge Restaurants, Hotels und Kneipen von denen allerdings Samstags nachmittags, trotz der recht vielen Touristen die noch in der Stadt bummeln, nicht mehr alle geoeffnet haben.  Spaziergang in Louny
 Spaghetti Carbonara auf tschechisch  So dauerte es auch ungefaer 5 Querstrassen lang, bzw besser gesagt, weit bis ich ein kleines Restaurant gefunden hatte, welches weder nach Doner-Bude noch nach Pizzeria aussah! Mittlerweile war es aber schon kurz vor 21 Uhr und die Portionen die am Nebentisch serviert wurden, sahen aus, als ob alle 4 Personen davon satt werden koennten. Also dann doch lieber kein Gulasch & Co, sondern eben Spaghetti Carbonara, da dies die Einzige Alternative zu den tschechischen Gerichten war. Was dann serviert wurde,.......siehe nebenstehendes Bild. Allerdings war es geschmacklisch dann doch weeesentlich besser als es aussah.
Nachdem ich dann gepackt hatte, alles aufgeladen u verzurrt war, machte ich mich auf den Weg Richtung Deutschland; eigentlich hatte ich vor ueber Most zu fahren, allerdings sagte mir die aeusserst nette junge Dame an der Rezeption des Hotels, dass die Strasse derzeit gespert sei; aber fuer einen Umweg nehm ich ja jede Strecke in Kauf und so gelangte ich also durch die unaussprechlichsten Ortschaften mit jeder Menge "r" "s" "v" und "k" im Namen doch noch nach Most, um von hier aus ueber Litvinov nach Mnisek zu gelangen und hier 500m vor der Grenze noch nen letzten Kaffee auf tschech. Gebiet zu trinken. Es war genau 11 Uhr, als ich mich hier bei diesem herrlichen Ausblick niedergelassen hatte und gut 10 min spaeter, als die Pkw s mit dt Nummernschild hier "einfielen". Innerhalb von 10 min war der Parkplatz voll, was darauf schliessen liess, dass man hier wohl recht gut essen konnte.  Soso, hier wird also der tschechische Strom gemacht
  noch 300m bis nach Deutschland und ein letzter Kaffee  Bevor es in ca 500m Entfernung wieder zurueck nach "Good old Germany" ging, wurde noch ein letzter Stopp auf der andern Seite eingelegt, um einen letzten Kaffee zu trinken
   kurzer Zwischenstopp
 letzter Stopp an nem Bikertreff, mit mir warens immerhin 5 Leuts Dann folgte noch ne kurze, aber wunderbar kurvenreiche und sehr schoen zu fahrende Strecke und als ich aus dem Wald heraus war, sah ich vor mir ein Gelaende, welches aus ca 200m Entfernung einen recht guten Eindruck machte und das wie ein Bikertreff aussah, was auch kurz spaeter an der Beschilderung zu sehen war. Ein letzter Kaffee konnte ja nicht schaden, also Blinker links und ab auf den geschotterten Parkplatz; ueberlaufen war der Treff nun nicht gerade, da mit mir insgesamt 5 weitere Fahrzeuge hier abgestellt waren. Das mit dem Kaffee ueberlegte ich mir aber nochmal, schon als ich das Mopped abstellte;
Aber ich war nun mal hier, also auch n Kaffee geordert, aber nach dem ersten Schluck bereute ichs schon, hier gehalten zu haben. Die dicke Backen-Musik war ja schon recht nervtoetend, aber der Kaffee, ...tschuldigung.... war unter aller Sau! Ist es denn nicht moeglich, bei deer Gewinnspanne fuer Kaffee wenigstens auch etwas zu bekommen, was annaehernd danach schmeckt?! Scheinbar wohl nicht! Das Highlight war aber dann die "Bedienung" die auf meine Frage nach einem freien Zimmer in der dazugehoerigen Pension nur mit den Schultern zuckte! uU haette ich ja sogar noch die "Musik" ertragen, aber die Zimmer sollten wohl nicht benutzt werden; auch gut, ich hatte ja noch n paar Liter Sprit im Tank!
Deutscheinsiedel,deutschneudorf, Deutschkatharinenburg, Seiffen, Niederseiffenbach, Olbernhau waren die naechsten Orte, die auf der Karte wieder leichter zu identifizieren waren, als auf der andern Seite der Grenze. Die Fabriken, in denen die angeblich alle Hand gearbeiteten Schnitzereien des Erzgebirges entstehen, schaute ich mir allerdings nicht an und auch auf die vielen kleinen Nepp- oh Pardon, VERKAUFS-Stellen fuer eben jene Schnitzereien konnte ich getrost verzichten. Ein qualmendes Motorrad waere eh das einzige gewesen, was ich uU zu kaufen beabsichtigt haette.
In Olbernhau angelangt, ueberlegte ich mir, welche Richtung ich denn nun einschlagen sollte bzw wollte.
Die Entscheidung fiel zugunsten von Marienberg, welches ich dann auch ueber Ruebenau und Rittersberg erreichte, denn auf direktem Weg kann ja jeder; um von hier aus Annaberg-Buchholz ueber Reitzenhain, Oberschmideberg und Boden anzusteuern und um um mich hier kurzfristig fue nen Kaffee am Zughotel in Wolkenstein zu entscheiden. In Reitzenhain war ich dann auch schon am Ortsschild vorbei, als ich dachte, was n das?!. Also retour und ein Foto gemacht; schauts Euch selbst an!" Aber im Osten scheint eben alles doch a bissje annerst zu sein; also wenn die Erde ne Kugel iss, dann hat sie hier nen Umfang von nem km
Anschliessend gings dann ueber Wiesenbad nach Annaberg-Buchholz, wo ich allerdings weder dem Museum des Rechenkuenstler Adam Ries(e) noch dem Erzgebirgsmuseum oder dem Besucherbergwerk einen Besuch abstattete. Über Baerenstein ging es zu Deutschlands hoechstgelegener Stadt Oberwiesenthal, wo heut auch scheinbar der Hund begraben war und weshalb das Erzgebirge als Biker-Eldorado gilt, blieb ...heute zumindest.... ein Buch mit 7 Siegeln, obwohl es nicht am Wetter liegen konnte! Die Strecken allerdings sind hier wirklich toll, ...was man aber mit nicht gerade wenigen Ausnahmen vom Strassenbelag nicht sagen kann. Mittlerweile war es ca 15:30 Uhr und ich ueberlegte mir schon seit einigen km, ob ich noch etwas, wie eigentlich geplant, in dieser Gegend bleiben sollte, oooooder?!.................
Rittersgruen, Raschau und Schwarzenberg konnte ich auch noch hinter mich bringen, als ich mich dann doch dazu entschied, dieser Gegend adieu zu sagen und der Beschilderung "A72" zu folgen. Ab hier hiessen dann die Abkuerzungen, denen ich zu folgen hatte, ( .....bei gut 7 - 8tsd Touren und dementsprechendem Spritverbrauch...... oberhalb der 170er Marke iss nix mehr mit 5L/100km) A72, A9, A70, A73, B505, A3 und schwupps konnte ich nach 3 weiteren Zwangs-Stopps, die zum tanken dienten, zuHause die Garage aufschliessen. Allerdings strengt das fahren ueber laengere Strecken ( in dem Fall hier insgesamt knapp 300km mit den entspr. Tankpausen) in diesem Tempo doch ganz schoen an und so goennte ich mir auf den letzten 25 km doch noch ne gemuetliche "Landstrasseneinlage, um noch etwas zur Ruhe zu kommen .....und der VF auch ;-) ....
 Ortstafeln im nahen Osten, oder wars in Schilda?!


Mehr Bilder von diversen Tagestouren u Events im Pixum-Album ....siehe hier
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written by werner
14.06.2010